Leichte Konjunkturbelebung zum Jahresende
Nach einem verhaltenen dritten Quartal hat sich die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland zum Jahresende 2025 leicht positiv entwickelt. Das preis-, kalender- und saisonbereinigte Bruttoinlandsprodukt stieg laut den jüngsten Daten um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Damit konnte die deutsche Wirtschaft nach einer länger andauernden Phase der Stagnation erste Erholungstendenzen zeigen. Im Gesamtjahr ergibt sich ein ebenso moderates Wachstum von 0,2 Prozent. Die Hauptimpulse kamen aus einer Erholung der privaten und öffentlichen Konsumausgaben, unterstützt durch fiskalische Maßnahmen und eine insgesamt verbesserte Auftragslage im Produzierenden Gewerbe.
Vor allem investitionsorientierte Branchen wie der Maschinen- und Fahrzeugbau profitierten zum Jahresende von anziehenden Auftragseingängen. Auch der Tiefbau verzeichnete aufgrund öffentlicher Aufträge eine gewisse Belebung. Dagegen blieb der Außenhandel hinter den Erwartungen zurück, insbesondere aufgrund einer schwächeren globalen Nachfrage und gestiegener tarifärer Handelshemmnisse. Kleine und mittelständische Unternehmen sollten diese Entwicklungen genau beobachten, da sie auf mittlere Sicht zu einer veränderten Nachfrage nach Exportgütern führen können.
Industrie und Handel mit unterschiedlichen Signalen
Die Industrie zeigte sich am Ende des Jahres 2025 widerstandsfähiger als noch im Sommer. Drei Monate in Folge stiegen die Produktionszahlen im Produzierenden Gewerbe, zuletzt um 0,8 Prozent. Besonders die Investitionsgüterindustrie legte deutlich zu, während energieintensive Branchen weiter rückläufig waren. Die Erholung spiegelt sich auch im Auftragsvolumen wider, das gegenüber dem Vormonat um 5,6 Prozent anzog. Diese Zunahme war zunächst auf das Inlandsgeschäft zurückzuführen, weist aber auch auf wachsende Order aus dem Euroraum hin.
Im Einzelhandel zeigte sich hingegen ein gemischtes Bild. Nach mehreren revidierten Steigerungen im Oktober verzeichnete der Handel im November ein leichtes Minus von 0,3 Prozent. Während der Verkauf von Nicht-Lebensmitteln stieg, gingen die Umsätze mit Lebensmitteln zurück. Die Konsumentwicklung blieb insgesamt gedämpft, was zum Teil auf steigende Sparneigung und die Unsicherheit hinsichtlich künftiger Abgabenlasten zurückzuführen ist. Gerade für den Onlinehandel und stationäre Betriebe im Lebensmittelbereich bedeutet dies eine weiterhin volatile Nachfrage, die durch gezielte digitale Absatzstrategien besser abgefedert werden kann.
Außenwirtschaft und Inflation: Stabilisierung mit Risiken
Im November 2025 gingen die nominalen Ausfuhren deutscher Waren und Dienstleistungen um 3 Prozent zurück. Dieser Rückgang war breit angelegt und spiegelte die schwache globale Nachfragedynamik wider. Während Lieferungen in die Europäische Union sanken, stabilisierten Exporte nach China die Gesamtausfuhren teilweise. Auch die Einfuhren entwickelten sich leicht rückläufig, blieben aber im Dreimonatsvergleich leicht im Plus. Dadurch verringerte sich der Außenhandelsüberschuss, was die Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft von internationalen Konjunkturzyklen einmal mehr verdeutlicht.
Erfreulicher entwickelte sich die Preisstabilität. Im Dezember 2025 sank die Inflationsrate auf 1,8 Prozent und lag damit erstmals seit Herbst 2024 wieder unter der Zwei-Prozent-Marke. Diese Entwicklung wurde vor allem durch sinkende Energiepreise und eine moderatere Preissteigerung bei Nahrungsmitteln getragen. Gleichzeitig zeigten Dienstleistungen im Inland weiterhin einen leichten Preisauftrieb, was die Stabilität der Binnenwirtschaft unterstreicht. Für Branchen wie Pflegeeinrichtungen oder Gesundheitsdienstleister bedeutet dies höhere Personalkosten, aber auch planbarere Energieausgaben, die in die Budgetplanung aufgenommen werden sollten.
Für das Jahr 2026 wird mit einer weiteren Stabilisierung des Preisniveaus und nur geringer Inflationsvolatilität gerechnet. Die Energiepreise dürften aufgrund langfristiger Lieferverträge und gesunkener Börsenpreise tendenziell dämpfend wirken, während die Löhne im Dienstleistungssektor leicht anziehen.
Arbeitsmarkt, Insolvenzen und unternehmerische Perspektiven
Zum Jahreswechsel 2025/2026 stagniert der Arbeitsmarkt weitgehend. Die Zahl der Erwerbstätigen blieb im November nahezu unverändert, auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zeigte keine nennenswerte Veränderung. Lediglich im öffentlichen Sektor und im Bau sind leichte Zuwächse zu verzeichnen. Die Arbeitslosigkeit stieg minimal um 3.000 Personen, eine Trendwende ist zu Jahresbeginn jedoch noch nicht absehbar. Das ifo Beschäftigungsbarometer weist in nahezu allen Branchen auf eine zurückhaltende Personalpolitik hin, was auch den Mittelstand betrifft. Personalbindung und Effizienzsteigerung rücken damit erneut in den Vordergrund.
Besorgniserregend bleibt die Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen. Nach amtlicher Statistik stiegen sie im Oktober 2025 um 8,7 Prozent gegenüber dem Vormonat und liegen deutlich über dem Vorkrisenniveau. Besonders betroffen sind energieintensive und margenarme Branchen wie das Verarbeitende Gewerbe, das Bauhauptgewerbe sowie Teile des stationären Handels. Hier spielen gestiegene Finanzierungskosten und strukturelle Anpassungen im Zuge der Energiewende eine zentrale Rolle. Unternehmen sollten daher ihre Liquiditätssteuerung und Finanzierungskapazitäten regelmäßig überprüfen und gegebenenfalls an die aktuellen Marktbedingungen anpassen.
Zugleich eröffnet die moderat anziehende Konjunktur im ersten Halbjahr 2026 neue Chancen. Die Industrieprofite dürften sich bei steigender Inlandsnachfrage und sinkenden Energiekosten stabilisieren, die öffentliche Investitionstätigkeit bietet weiterhin sichere Auftragsquellen. Mittelständische Betriebe, die ihre Prozesse digitalisiert und Kostenstrukturen optimiert haben, profitieren besonders von dieser Entwicklung. Eine engmaschige betriebswirtschaftliche Planung bleibt dabei für alle Unternehmensgrößen essenziell, um Konjunkturschwankungen frühzeitig abzufangen.
Ausblick und Fazit
Deutschland steht zum Beginn des Jahres 2026 vor einer Phase vorsichtiger Stabilisierung. Die Kombination aus leichtem Wachstum, moderater Inflation und robustem Binnenmarkt könnte sich im weiteren Jahresverlauf positiv auf Investitionen auswirken. Für kleine und mittelständische Unternehmen bedeutet dies die Chance, sich in einem konjunkturell ruhiger werdenden Umfeld strategisch zu positionieren. Besonders wichtig bleibt die Verbesserung interner Prozesse, um flexibel auf Marktveränderungen reagieren zu können.
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