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Digitalisierung

Inflation und Energiepreise 2026: Folgen für Unternehmen

Ein Artikel von der Intelligent Accounting Steuerberatungsgesellschaft Kassel

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Inflation und Energiepreise 2026: wirtschaftliche Lage im Überblick

Die deutsche Wirtschaft bleibt im Jahr 2026 auf einem moderaten Wachstumspfad, allerdings deutlich verhaltener als viele Unternehmen noch zu Jahresbeginn erwartet hatten. Für 2026 und 2027 wird jeweils ein Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 0,8 Prozent prognostiziert. Das Bruttoinlandsprodukt ist der Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen, die innerhalb eines Jahres in einer Volkswirtschaft erzeugt werden, und gilt als zentrale Kennzahl für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Für kleine und mittelständische Unternehmen ist diese Einschätzung vor allem deshalb relevant, weil sie auf ein Umfeld hindeutet, das weder von einer ausgeprägten Rezession noch von einer kräftigen Erholung geprägt ist. Stattdessen müssen Betriebe mit einer länger anhaltenden Phase gedämpfter Nachfrage, steigender Kosten und hoher Unsicherheit planen.

Belastet wird diese Entwicklung vor allem durch die Folgen des Iran Krieges und die damit verbundenen Energiepreissteigerungen. Zunächst zeigen sich diese Effekte bei Rohöl, Kraftstoffen und Transportkosten. In der Praxis bleibt es jedoch nicht bei diesen unmittelbar betroffenen Bereichen. Höhere Energiepreise wirken entlang der gesamten Wertschöpfungskette, also entlang aller Produktions und Leistungsstufen eines Unternehmens, bis hin zum Endkunden. Das betrifft Industrieunternehmen ebenso wie Handwerksbetriebe, Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser, Logistikunternehmen oder Onlinehändler. Wo Energie, Vorprodukte, Kühlung, Transport oder Fremdleistungen eine Rolle spielen, steigen die Kosten mit zeitlicher Verzögerung oft spürbar an.

Gerade im Mittelstand ist diese Entwicklung deshalb so anspruchsvoll, weil viele Unternehmen ihre Preise nicht sofort oder nicht vollständig anpassen können. Langfristige Kundenbeziehungen, Wettbewerbsdruck und laufende Verträge führen dazu, dass Kostensteigerungen häufig zunächst intern aufgefangen werden. Das schmälert die Margen und erhöht den Druck auf Liquidität, also auf die jederzeitige Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens.

Inflation 2026 und 2027: warum der Preisdruck viele Branchen erfasst

Besonders wichtig ist der Blick auf die Inflationsentwicklung. Für 2026 wird eine Inflationsrate von 3,1 Prozent erwartet, für 2027 von 2,9 Prozent. Inflation bezeichnet den anhaltenden Anstieg des allgemeinen Preisniveaus. Unternehmen spüren diese Entwicklung nicht nur beim Einkauf, sondern auch bei Löhnen, Dienstleistungen, Mieten, Versicherungen und Finanzierungskosten. Auffällig ist, dass der Preisdruck längst nicht mehr nur auf Energie und Nahrungsmittel beschränkt ist. Auch die Kerninflation bleibt hoch. Die Kerninflation bildet die Preisentwicklung ohne besonders schwankungsanfällige Güter wie Energie und Nahrungsmittel ab und gilt deshalb als wichtiger Indikator für den breiten, strukturellen Preisauftrieb in der Wirtschaft.

Für die betriebliche Praxis bedeutet das, dass Unternehmen nicht von einem kurzfristigen Sondereffekt ausgehen sollten. Wenn höhere Energie, Logistik und Vorleistungskosten schrittweise in immer mehr Branchen ankommen, werden Preissteigerungen bei Waren und Dienstleistungen breiter sichtbar. Der Inflationsimpuls arbeitet sich damit durch Lieferketten, Vertragsbeziehungen und betriebliche Kostenstrukturen. Für viele Unternehmen entsteht eine doppelte Belastung. Einerseits verteuern sich Einkauf und Betrieb, andererseits leidet die Kaufkraft privater Haushalte. Kaufkraft beschreibt die Fähigkeit von Einkommen, Güter und Dienstleistungen zu erwerben. Sinkt sie, halten sich Verbraucher mit Ausgaben eher zurück, was insbesondere konsumabhängige Branchen trifft.

Das ist etwa für Einzelhandel, E Commerce, Gastronomie oder konsumnahe Dienstleistungen relevant. Aber auch Unternehmen mit institutionellen Kunden sind nicht automatisch geschützt. Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser etwa stehen ebenfalls unter erheblichem Kostendruck, ohne Preissteigerungen immer frei weitergeben zu können. In solchen Konstellationen gewinnen belastbare Kalkulationen, zeitnahe Auswertungen und eine konsequente Steuerung von Einkauf, Personal und Liquidität erheblich an Bedeutung.

Industrie robust trotz Energiepreisschock: was Unternehmen daraus ableiten können

Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen zeigt sich die deutsche Industrie bislang robuster als erwartet. Die Industrieproduktion wurde im ersten Quartal ausgeweitet, die Auftragseingänge stiegen und die Exporte legten gegenüber dem Vorquartal um 3,3 Prozent zu. Damit stabilisiert das verarbeitende Gewerbe die gesamtwirtschaftliche Entwicklung in einer Phase, in der Konsum und Investitionen unter Druck stehen. Für mittelständische Industrieunternehmen ist das ein wichtiges Signal. Es zeigt, dass Marktchancen trotz eines angespannten Umfelds vorhanden bleiben, insbesondere wenn Unternehmen international wettbewerbsfähig sind oder von einer Belebung der Exportnachfrage profitieren.

Ein Teil dieser Widerstandsfähigkeit dürfte vorübergehend dadurch begünstigt sein, dass asiatische Wettbewerber stärker unter den Folgen der Blockade der Straße von Hormus leiden. Lieferengpässe und höhere Energiekosten beeinträchtigen dort die Produktion. Daraus können sich kurzfristige Wettbewerbsvorteile für deutsche Anbieter ergeben. Unternehmen sollten diesen Effekt jedoch nicht als dauerhaft einplanen. Denn langfristig wirken die höheren Energiekosten auch hierzulande belastend auf Produktion, Marge und Investitionsbereitschaft.

In der Praxis folgt daraus, dass robuste Auftragslagen nicht darüber hinwegtäuschen dürfen, wie wichtig eine saubere Kostenrechnung und belastbare Planung inzwischen sind. Wer nur auf Umsatz blickt, unterschätzt schnell die schleichende Erosion der Erträge. Gerade in energieintensiven Bereichen, in der Produktion, im Gesundheitswesen oder in der Logistik sollte regelmäßig geprüft werden, welche Kostenpositionen sich verändert haben, welche Preisgleitklauseln vertraglich bestehen und wo operative Prozesse angepasst werden können. Auch Onlinehändler sind betroffen, wenn Beschaffung, Versand, Retouren und Plattformkosten gleichzeitig steigen.

Praxisfolgen für Mittelstand und kleine Unternehmen: jetzt Kosten und Prozesse steuern

Für das zweite Quartal 2026 wird eine Stagnation der Wirtschaftsleistung erwartet. Erst wenn der Inflationsdruck allmählich nachlässt, dürfte sich die zugrunde liegende wirtschaftliche Dynamik wieder stärker entfalten. Zusätzliche Impulse werden dann insbesondere von der Industrie, einer Belebung der Exporte sowie von öffentlichen Investitionen in Infrastruktur, Klimaneutralität und Verteidigung erwartet. Für Unternehmen ist das jedoch kein Grund zum Abwarten. Gerade in einer Phase schwachen Wachstums entscheidet die Qualität der internen Steuerung oft stärker über den wirtschaftlichen Erfolg als die reine Marktentwicklung.

Im Mittelpunkt sollte deshalb die Frage stehen, wie sich Kostensteigerungen frühzeitig erkennen und wirtschaftlich sinnvoll verarbeiten lassen. Dazu gehören aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertungen, eine vorausschauende Liquiditätsplanung und die Überprüfung, ob Preisänderungen im Vertrieb und Einkauf organisatorisch sauber umgesetzt werden. Ebenso wichtig ist die Frage, wie schnell sich Daten aus Buchhaltung, Warenwirtschaft, Personal und Controlling zusammenführen lassen. Wo Informationen verspätet oder nur manuell verfügbar sind, werden steigende Kosten häufig zu spät sichtbar. Das erhöht das Risiko von Fehlkalkulationen, Liquiditätsengpässen und unnötigen Finanzierungsbedarfen.

Gerade kleine und mittelständische Unternehmen profitieren in einem solchen Umfeld von digitalisierten Prozessen. Digitale Buchhaltungs und Freigabeprozesse schaffen Transparenz über Kostenentwicklungen, offene Posten und Zahlungsströme. Automatisierte Abläufe reduzieren nicht nur administrativen Aufwand, sondern verbessern auch die Entscheidungsgrundlage im Tagesgeschäft. Das ist besonders wertvoll, wenn Preisänderungen schnell bewertet und Maßnahmen zeitnah umgesetzt werden müssen. Prozessoptimierung wird damit nicht zu einem reinen Effizienzthema, sondern zu einem Instrument der Krisenfestigkeit.

Unser Fazit ist daher klar: Die Kombination aus moderatem Wachstum, anhaltender Inflation und steigenden Energiepreisen verlangt von Unternehmen eine deutlich aktivere Steuerung ihrer Zahlen und Prozesse. Wir begleiten kleine und mittelständische Unternehmen dabei, ihre Buchhaltung zu digitalisieren, Abläufe zu optimieren und auf diese Weise spürbare Kostenersparungen sowie bessere Entscheidungsgrundlagen im operativen Geschäft zu erreichen.

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