Unsere KanzleiYou can add some sub-text right here to give your navigation item some context.
Mandantensegmente
FachwissenYou can add some sub-text right here to give your navigation item some context.
KI BuchhaltungYou can add some sub-text right here to give your navigation item some context.
SchnittstellenpartnerYou can add some sub-text right here to give your navigation item some context.
KontaktYou can add some sub-text right here to give your navigation item some context.
Internationales

EEG 2027 Pachtbegrenzung bei Windenergie rechtssicher umsetzen

Ein Artikel von der Intelligent Accounting Steuerberatungsgesellschaft Kassel

Sie wollen Mandant werden?
Kontaktieren Sie uns!

E-Mail Schreiben
Anfrage senden

EEG 2027 Pachtbegrenzung bei Windenergie im Überblick

Für Betreiber von Windenergieanlagen an Land, Projektentwickler, Investoren und finanzierende Banken zeichnet sich mit dem geplanten EEG 2027 eine wichtige Änderung ab. Nach dem vorliegenden Referentenentwurf des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie soll eine Pachtbegrenzung als neue Förderbedingung eingeführt werden. Pacht ist das vertraglich geschuldete Entgelt für die Überlassung eines Grundstücks oder einer Fläche zur Nutzung, hier also insbesondere zur Errichtung und zum Betrieb von Windenergieanlagen. Die Neuregelung soll dazu beitragen, den Ausbau erneuerbarer Energien planbarer, kosteneffizienter, netzverträglicher und marktorientierter zu gestalten.

Der Hintergrund ist energiewirtschaftlich und wirtschaftsrechtlich gleichermaßen relevant. Das gesetzgeberische Ziel besteht darin, den Anteil des aus erneuerbaren Energien erzeugten Stroms am Bruttostromverbrauch bis 2030 auf 80 Prozent zu steigern. Gerade im Bereich der Windenergie an Land wirken sich Flächenkosten jedoch erheblich auf die Wirtschaftlichkeit von Projekten aus. Wenn Pachtzahlungen stark steigen, verteuern sich Projektkalkulation, Finanzierung und in der Folge mittelbar auch die Fördermechanik. Die geplante Begrenzung knüpft deshalb unmittelbar an die Förderfähigkeit an.

Für die Praxis besonders bedeutsam ist, dass der Referentenentwurf nicht nur materielle Vorgaben zur Höhe der zulässigen Entgelte vorsieht, sondern auch eine neue Nachweispflicht vorbereitet. Nach dem Entwurf zu § 36d soll der Netzbetreiber von Anlagenbetreibern ein Wirtschaftsprüfertestat verlangen können. Ein Testat ist eine formelle Bestätigung durch einen Wirtschaftsprüfer, dass bestimmte tatsächliche und rechtliche Vorgaben eingehalten wurden. Im Kern geht es also nicht nur um die Frage, welche Pacht vertraglich zulässig ist, sondern auch darum, wie deren Einhaltung belastbar dokumentiert und gegenüber dem Netzbetreiber nachgewiesen wird.

Pachtbegrenzung und Wirtschaftsprüfertestat praktisch einordnen

Die geplante Prüfungsaufgabe betrifft in erster Linie Betreiber von Windenergieanlagen an Land, mittelbar aber auch Grundstückseigentümer, Projektgesellschaften, Erwerber von Bestandsprojekten sowie Kreditinstitute. Denn sobald ein Wirtschaftsprüfertestat angefordert werden kann, entsteht ein zusätzlicher Compliance Prozess. Compliance bedeutet die organisierte Sicherstellung, dass gesetzliche und vertragliche Vorgaben eingehalten werden.

Besonders wichtig ist die Schnittstelle zwischen Vertragsgestaltung und Nachweisführung. Die Einhaltung der Pachtbegrenzung wird sich nicht allein aus einer einzelnen Klausel ergeben. Maßgeblich ist vielmehr die Gesamtstruktur der Entgelte für die Nutzung von Grundstücken. Dazu können je nach Vertragsmodell neben laufenden Pachtzahlungen auch variable Vergütungsbestandteile oder wirtschaftlich vergleichbare Zahlungen gehören. Unternehmen sollten deshalb frühzeitig prüfen, ob ihre bestehenden Vertragsmuster, Side Letters und ergänzenden Vereinbarungen in der Sache zu Entgelten führen, die unter die gesetzliche Begrenzung fallen könnten.

Für Wirtschaftsprüfer entsteht damit ein neues Tätigkeitsfeld mit klarem Praxisbezug. Das Testat soll bestätigen, dass die gesetzlichen Vorgaben zur Pachtbegrenzung eingehalten werden. Für die betroffenen Unternehmen bedeutet dies, dass die prüfungsrelevanten Unterlagen vollständig, konsistent und nachvollziehbar vorliegen müssen. Dazu gehören die maßgeblichen Nutzungsverträge, Vertragsänderungen, Zahlungsströme und die interne Zuordnung der Zahlungen zu den betroffenen Flächen und Anlagen. Je komplexer die Projektstruktur ist, desto höher ist das Risiko von Abweichungen zwischen Vertragslage, Buchhaltung und tatsächlicher Zahlungspraxis.

In der Gesetzesbegründung werden die Kosten eines solchen Testats mit 4.000 Euro pro Fall und Jahr geschätzt. Zugleich wird von 64 Testaten jährlich ausgegangen, die von Netzbetreibern verlangt werden könnten. Auch wenn diese Zahl im Markt insgesamt überschaubar wirkt, ist der einzelne Fall für das betroffene Unternehmen wirtschaftlich relevant. Für kleinere und mittelständische Projektgesellschaften können zusätzliche Prüfungs und Dokumentationskosten spürbar sein, vor allem wenn Prozesse noch stark manuell organisiert sind.

Zahlungspflicht bei Verstößen gegen die Pachtbegrenzung vermeiden

Besondere Aufmerksamkeit verdient die im Entwurf vorgesehene Pönale. Eine Pönale ist eine gesetzlich oder vertraglich vorgesehene Zahlungspflicht als Sanktion für einen Verstoß. Nach dem geplanten § 53a soll eine Zahlungspflicht entstehen, wenn höhere Entgelte für die Nutzung von Grundstücken zur Errichtung und zum Betrieb von Windenergieanlagen an Land gezahlt wurden, als nach der Regelung vorgesehen ist. Damit geht die Neuregelung über eine bloße Fördervoraussetzung hinaus und schafft ein zusätzliches finanzielles Risiko.

Für die Praxis ist vor allem der zeitliche Mechanismus relevant. Die Zahlungen sollen ab dem ersten Jahr anfallen, für das der Verstoß festgestellt wurde. Die Belastung endet erst mit dem Jahr, für das der Anlagenbetreiber durch Vorlage eines entsprechenden Wirtschaftsprüfertestats nachweist, dass die Vorgaben wieder eingehalten werden. Diese Systematik erhöht den Druck auf Unternehmen erheblich, Abweichungen nicht nur zu erkennen, sondern auch zügig belastbar zu bereinigen und nachzuweisen.

Gerade bei langfristigen Flächensicherungsverträgen ist deshalb Vorsicht geboten. Viele Windprojekte arbeiten mit historisch gewachsenen Vertragswerken, unterschiedlichen Vergütungsmechanismen und mehreren Beteiligten auf Eigentümer oder Betreiberseite. Kommt es dabei zu nachträglichen Anpassungen, Sonderzahlungen oder Nebenabreden, kann schnell die Frage entstehen, ob diese wirtschaftlich Teil des begrenzten Entgelts sind. Auch Transaktionen im Bestand, etwa beim Erwerb von Projektgesellschaften, sollten die Pachtstruktur deshalb im Rahmen der Due Diligence besonders sorgfältig prüfen. Due Diligence ist die systematische rechtliche und wirtschaftliche Prüfung eines Unternehmens oder Projekts vor einer Investitionsentscheidung.

Für finanzierende Banken und andere Finanzinstitutionen gewinnt das Thema ebenfalls an Bedeutung. Wenn die Förderfähigkeit und mögliche Zahlungspflichten von der Einhaltung der Pachtbegrenzung abhängen, kann dies die Stabilität von Cashflows beeinflussen. Kreditverträge, Sicherheitenprüfungen und laufendes Monitoring sollten diese regulatorische Entwicklung daher rechtzeitig berücksichtigen.

So schaffen Unternehmen rechtssichere Prozesse für das EEG 2027

Unternehmen sollten die geplante Neuregelung nicht isoliert als juristisches Spezialthema betrachten, sondern als Anlass zur Überprüfung ihrer Vertrags und Abrechnungsprozesse. Entscheidend ist eine saubere Verbindung von Rechtsprüfung, Buchhaltung und Nachweiswesen. Wer Pachtzahlungen, Zusatzvergütungen und Vertragsänderungen nicht zentral und digital dokumentiert, wird im Anforderungsfall nur mit hohem Aufwand belastbare Unterlagen für den Netzbetreiber und den Wirtschaftsprüfer zusammenstellen können.

Empfehlenswert ist eine frühzeitige Bestandsaufnahme aller flächenbezogenen Entgeltvereinbarungen im Bereich Windenergie an Land. Dabei sollte geklärt werden, welche Zahlungen an wen geleistet werden, auf welcher vertraglichen Grundlage sie beruhen und ob die Buchhaltung diese Zahlungen eindeutig den betreffenden Anlagen und Flächen zuordnet. Ebenso wichtig ist eine klare Verantwortlichkeit im Unternehmen dafür, wer Vertragsänderungen freigibt und wer deren Auswirkungen auf Förderrecht, Finanzierung und Rechnungswesen prüft.

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht liegt der Nutzen strukturierter Prozesse auf der Hand. Je transparenter die Datenlage, desto geringer das Risiko von Rückfragen, Verzögerungen und zusätzlichen Prüfungskosten. Gerade im Mittelstand und bei spezialisierten Energieunternehmen zahlt sich eine digital unterstützte Dokumentation aus, weil sie Rechts und Finanzprozesse enger verzahnt. Das erleichtert nicht nur die Erstellung eines möglichen Wirtschaftsprüfertestats, sondern verbessert auch die Steuerung von Projektgesellschaften und Beteiligungsstrukturen insgesamt.

Der Referentenentwurf zeigt deutlich, dass regulatorische Anforderungen im Energiesektor zunehmend in operative Unternehmensprozesse hineinwirken. Wer frühzeitig handelt, kann rechtliche Risiken begrenzen und die eigene Förder und Finanzierungssicherheit stärken. Wir begleiten kleine und mittelständische Unternehmen bei der Digitalisierung ihrer Buchhaltung und der Optimierung kaufmännischer Prozesse, damit regulatorische Nachweise effizient, belastbar und kostenschonend geführt werden können. Gerade im Mittelstand schaffen wir durch strukturierte digitale Abläufe erhebliche Kostenersparungen und unterstützen Mandanten aller Branchen mit viel Erfahrung in Prozessoptimierung und moderner Finanzorganisation.

Mehr über diese
Gerichtsentscheidung lesen
zur externen Veröffentlichung

Mandant werden?
Senden Sie uns Ihr Anliegen

Unsere bestens geschulten Mitarbeiter sind bei jedem Schritt für Sie da. Wir helfen gerne. Bitte melden Sie sich, wenn künstliche Intelligenz, Cloud-Lösungen, Machine Learning und eine hochaktuelle Software auch Ihr "Business-Leben" einfacher machen sollen.

Wir haben Ihre Anfrage erhalten.
Oops! Something went wrong while submitting the form.